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Lübeck, 3.8.2011
Gaspreiserhöhung überfordert
Haushalte
Thomas Klempau, DMB Mieterverein Lübeck
Der Mieterverein blickt mit Sorge auf die
von der Stadtwerke Lübeck GmbH beschlossene Anhebung der Gaspreise zum
1.10.2011 um durchschnittlich 12,5 Prozent. Während die Eigentümer gasbeheizter Häuser den Preisanstieg
noch in diesem Jahr zu spüren bekommen, baut sich für Mieterhaushalte
ein bedrohliches Szenario auf. Bereits in den Abrechnungen für 2010, die
zurzeit eingehen, sind deutlich höhere Heizkosten gegenüber dem Vorjahr
festzustellen, die so manchen Mieterhaushalt eine empfindliche
Nachzahlung bescheren. Für eine 80 qm große Wohnung in einem energetisch
nicht modernisierten Gebäude betragen die Heizkosten etwa € 1.080,-- und die Warmwasserkosten etwa € 260,-- pro Jahr.
In den Abrechnungen 2011, die im nächsten
Jahr eingehen, wird die jetzt noch rechtzeitig zum Beginn der
Heizperiode angesetzte Gaspreiserhöhung mit voller Wucht durchschlagen.
Für die 80 qm große Wohnung werden dann etwa € 120,-- höhere Heiz- und
Warmwasserkosten pro Jahr anfallen. Es ist zu empfehlen, die
Heizkostenvorauszahlungen um mindestens 10 % anzuheben oder Rücklagen in
entsprechender Höhe zu bilden. Die Preissteigerung wird auch die Stadt
selbst treffen, und zwar in doppelter Hinsicht: Einerseits durch die
Beheizung städtischer Liegenschaften, andererseits im Rahmen der
Übernahme von Unterkunftskosten bei der Sozialhilfegewährung und dem
jobcenter (vormals ARGE), so dass die Kostenträger gut daran tun, in die
Haushaltsplanung für 2012 entsprechend hohe Heiz- und Warmwasserkosten
einzukalkulieren.
Der Staat darf nicht länger zusehen, wie
sich die Preisspirale bei den Energiekosten immer schneller
hochschraubt. Es muss sichergestellt werden, dass zusätzliche
Steuereinnahmen aus explodierenden Energiepreisen zu einem erheblichen
Anteil in Programme zur Steigerung der Energieeffizienz im
Wohnungsbereich einfließen. Die Berücksichtigung von Heizkosten als
Bestandteil der Berechnung eines Wohngeldanspruchs, der gerade erst zum
1.1.2009 in Kraft getreten und dann bereits zum 1.1.2011 wieder
gestrichen worden war, ist schnellstens wieder einzuführen. An private
Vermieter und die gewerbliche Wohnungswirtschaft ist zu appellieren,
regelmäßig Preisvergleiche anzustellen und sich aufgeschlossen zu zeigen
gegenüber Anregungen und Hinweisen aus der Mieterschaft auf günstige
Energiepreisanbieter. Dazu gehört auch, sich beispielsweise bei der
Stadtwerke Lübeck GmbH über die verschiedenen Tarifmodelle zu
erkundigen, die im Einzelfall bereits eine spürbare Kostenreduzierung
bewirken können.
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