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Lübeck im Oktober 2007
Appell für eine nachhaltige
Wohnungswirtschaft und Wohnungspolitik
Der Mieterverein Lübeck appelliert an
Politik und Vermieter, sich für eine konsequent nachhaltige
Wohnungswirtschaft und Wohnungspolitik einzusetzen. Gerade im
Wohnungswesen muss der Gedanke der Nachhaltigkeit realisiert werden,
nämlich die Herstellung einer Balance zwischen ökonomischen, sozialen
und ökologischen Interessen. Ein nachhaltiges und
verantwortungsbewusstes Verhalten der Wohnungswirtschaft entsteht nicht
allein auf dem Markt. Es bedarf vielmehr der Begleitung und zum Teil
auch der Steuerung durch die Politik. Insbesondere ist es wichtig, dass
kommunale Wohnungsunternehmen erhalten und gestärkt werden und als
strategische Partner der Städte und Gemeinden einen wesentlichen Beitrag
zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in der Wohnungswirtschaft
erbringen können. Was der Mieterverein Lübeck unter Nachhaltigkeit
versteht, ist wie folgt zusammen zu fassen:
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Wohnungen
sind keine Handelsgüter für Renditejäger. Sie sind zwar
Wirtschaftsgüter. In gleicher Weise müssen sie aber auch als
Sozialgüter behandelt werden, weil sie für die Menschen einen
Lebensmittelpunkt darstellen, der geschützt und sicher sein muss. Der
Mieterverein ist gegen das Durchhandeln von Wohnungen und spricht sich
gegen den Missbrauch von Wohnungen als bloße Finanzanlageprodukte aus.
Stattdessen sind Eigentümer und Investoren zu begrüßen, die ihre
Wohnungen langfristig bewirtschaften. Nachhaltigkeit in der
Wohnungswirtschaft wird praktiziert von Immobilienhaltern und nicht
von Immobilienhändlern.
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Zur
nachhaltigen Bewirtschaftung gehören eine geordnete und zielführende
Instandhaltung und Instandsetzung der Bestände und eine den heutigen
Anforderungen an Wohnraum gerecht werdende Modernisierung.
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Wohnimmobilien müssen einen Beitrag zur Erreichung von
Klimaschutzzielen leisten. Nachhaltige Wohnraumbewirtschaftung heißt
deshalb auch, dass die Eigentümer von Wohnraum sich der notwendigen
energetischen Verbesserung ihrer Bestände stellen und der Staat dafür
sorgt, dass einkommensschwachen Haushalten durch Wohngeld und andere
Transferleistungen wirksam geholfen wird.
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Nachhaltigkeit in der Wohnungswirtschaft verlangt, sich an veränderte
demographische Bedingungen anzupassen. Entwicklungen der Gesellschaft
wie Schrumpfung der Bevölkerung und Alterung haben erheblichen
Einfluss auf die Wohnungsmärkte. Hierauf müssen sich die Marktakteure
einstellen, z.B. durch Angebote altersgerechter Wohneinheiten und
durch eine stärkere Differenzierung der Wohnungszuschnitte.
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Wohnungspolitik und Wohnungswirtschaft
müssen sich der sozialen Verantwortung bewusst sein. Wohnen ist
ein Menschenrecht. Es müssen daher stets ausreichend gesunde
und bezahlbare Wohnungen auch für einkommensschwache Haushalte
vorgehalten werden!.
(Jahreshauptversammlung
Mieterverein Lübeck am 6.10.2007)
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